Um den Kampf gegen Desinformation zu revolutionieren, wurde im Januar eine vierjährige Innovationsaktion, AI4Debunk, gestartet. Das von der Europäischen Union (EU) im Rahmen des Programms Horizont Europa finanzierte Projekt bringt ein interdisziplinäres Konsortium von 13 Partnereinrichtungen aus acht Ländern zu einer gemeinsamen Mission zusammen: Unterstützung vertrauenswürdiger Online-Aktivitäten, indem den Bürgerinnen und Bürgern menschenzentrierte KI-gestützte Instrumente zur Verfügung gestellt werden.
In den letzten Jahren ist die Verbreitung von Desinformation zu einem wichtigen Thema in ganz Europa geworden. Die allgegenwärtige Nutzung des Internets und der sozialen Medien hat die Verbreitung von Falschmeldungen und Propaganda erleichtert und die öffentliche Meinung stark beeinflusst, wie die COVID-19-Pandemie und in jüngerer Zeit die Invasion Russlands in die Ukraine gezeigt haben. In diesem Zusammenhang ist eine synergistische Kombination aus menschlichen Anstrengungen und ausgeklügelten Instrumenten der künstlichen Intelligenz (KI) der einzige nachhaltige Weg, um die „Infodemie“ und den Kampf der Narrative, mit denen wir derzeit konfrontiert sind, wirksam zu bekämpfen. Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, erklärte: „KI verändert bereits unseren Alltag. Und das ist erst der Anfang. Mit Bedacht und weit verbreitet verspricht KI enorme Vorteile für unsere Wirtschaft und Gesellschaft.“
Partner, die sich beteiligen und für die erfolgreiche Implementierung von AI4Debunk verantwortlich sind: Lettische Universität (Lettland) – Projektkoordinator, Euractiv.bg, Pilot4DEV, Universität Mons (Belgien), Internews Ukraine (Ukraine), Nationaler Forschungsrat Italiens, Universität Florenz (Italien), ihr verbundenes Unternehmen – CNIT (Italien), Barcelona Supercomputing Center (Spanien), DOTSOFT (Griechenland), Universität von Galway, F6S Innovation (Irland), Hochschule für angewandte Wissenschaften Utrecht, Innovationskraft (Niederlande).
Unter Einbeziehung verschiedener Interessenträger, von Medienschaffenden über Softwareentwickler bis hin zu KI-Experten, verfolgt dieses neue EU-Projekt einen ganzheitlichen Ansatz zur Bekämpfung von Desinformation durch Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI. Es wird mit zwei Fallstudien validiert: Russische Propaganda im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und manipulierte Inhalte zum Klimawandel.
AI4Debunk zielt darauf ab, vier menschenzentrierte KI-basierte Schnittstellen zu entwickeln: ein Web-Plug-in, eine kollaborative Plattform, eine Smartphone-App und eine Augmented Reality / Virtual Reality-Schnittstelle, die auf der ersten Open-Source-Debunking-API ihrer Art basiert.
Das Plug-in wurde für die nahtlose Integration mit Webbrowsern und Social-Media-Plattformen entwickelt und bietet Benutzern sofortige Benachrichtigungen, wenn sie auf falsche Inhalte stoßen, unabhängig vom Format. Was die kollaborative Plattform (Disinfopedia) betrifft, so können proaktive Benutzer verdächtige Inhalte melden, die dann von menschlichen Experten überprüft und möglicherweise aus dem Verkehr gezogen werden. Die App wiederum wird es den Menschen ermöglichen, Desinformation im Alltag direkt über ihr Smartphone zu erkennen. Schließlich wird die AR/VR-Schnittstelle Leitlinien für den Umgang mit Desinformation in künftigen AR/VR-basierten sozialen Medien enthalten.
Die Schnittstellen von AI4Debunk decken unterschiedliche Bedürfnisse ab – von der Echtzeitanalyse multimodaler Inhalte über gemeinschaftsbasierte Berichterstattung bis hin zu immersiven Erfahrungen, die den Bürgerinnen und Bürgern umfassende Ressourcen zur Faktenprüfung zur Verfügung stellen, um sich bewusster durch die digitale Medienlandschaft zu bewegen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Diese Schnittstellen werden auch innovativ und spielerisch für Bildungszwecke konzipiert, um den Schülern zu helfen, anspruchsvolle Informationskonsumenten zu werden. Durch die Förderung von Transparenz, Genauigkeit und verantwortungsvollem Engagement mit Online-Plattformen ist AI4Debunk bestrebt, kritisches Denken zu fördern und das Gefüge einer gesunden Demokratie zu stärken.
Informationen zu AI4Debunk
AI4Debunk zielt darauf ab, den Kampf gegen Desinformation zu revolutionieren und vertrauenswürdige Online-Aktivitäten zu unterstützen. Durch die Entwicklung menschenzentrierter KI-gestützter Instrumente setzt sich dieses EU-Projekt für den Schutz demokratischer Werte und die Förderung einer informierteren und widerstandsfähigeren Gesellschaft als Reaktion auf die Herausforderungen des digitalen Zeitalters ein. Das AI4Debunk-Projekt (vollständiger Name: Participative Assistive AI-powered Tools for Supporting Trustworthy Online Activity of Citizens and Debunking Desinformation) ist eine 48-monatige Innovationsmaßnahme, die von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Horizont Europa im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 101135757 finanziert wird.




