Lettische Universität veranstaltet Multi-Stakeholder-Diskussion über den Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Bekämpfung von Desinformation
Eine Multi-Stakeholder-Diskussion mit dem Titel „Der Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Bekämpfung von Desinformation“, organisiert von der Universität Lettlands, fand am 6. Januar 2026 in Riga statt. Die Veranstaltung brachte Forscher, Technologieentwickler und Praktiker zusammen, um das AI4Debunk-Projekt vorzustellen und einen eingehenden Austausch über aktuelle Herausforderungen und wirksame Instrumente zur Bekämpfung von Desinformation und Fake News zu fördern.
Ziel der Diskussion war es, die Teilnehmer mit den Zielen, dem methodischen Ansatz und den ersten Ergebnissen des AI4Debunk-Projekts vertraut zu machen und gleichzeitig die Reflexion über die breiteren gesellschaftlichen, technologischen und ethischen Auswirkungen des Einsatzes künstlicher Intelligenz bei der Bekämpfung von Desinformation zu fördern. Das Programm umfasste Präsentationen zu den Zielen und frühen Erkenntnissen des Projekts, Live-Demonstrationen von KI-basierten Instrumenten, die derzeit entwickelt werden, und eine interaktive Diskussion über praktische und philosophische Aspekte der Eindämmung von Desinformation.
Das Treffen wurde von Professorin Inna Šteinbuka eröffnet, die das AI4Debunk-Projekt vorstellte und erklärte, dass das Projekt darauf abzielt, Instrumente der künstlichen Intelligenz zu entwickeln, um die Gesellschaft vor Desinformation zu schützen, indem das Fachwissen von technischen KI-Spezialisten mit dem von Sozialwissenschaftlern, einschließlich Politikwissenschaftlern und Soziologen, integriert wird. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Desinformation im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und dem Klimawandel.
Zu den wichtigsten herausgestellten Herausforderungen gehörte das rasante Tempo der technologischen Entwicklung, das die Gefahr birgt, dass Werkzeuge überholt werden und eine kontinuierliche Anpassung erforderlich macht. Das Projekt wird auch in einem komplexen geopolitischen Kontext durchgeführt, in dem Bemühungen zur Bekämpfung von Desinformation als mögliche Einschränkungen der Meinungsfreiheit wahrgenommen werden können.
Im Rahmen des Projekts entwickelte technische Lösungen wurden von Franc van der Bent von der Universität Utrecht vorgestellt. Er demonstrierte mehrere Instrumente, die sich derzeit in der Entwicklungsphase befinden, darunter ein Browser-Plug-in, das es den Nutzern ermöglichen soll, Online-Inhalte – sowohl Texte als auch Bilder – zu überprüfen, indem die Kohärenz mit anderen Informationsquellen analysiert wird, um potenzielle Deepfakes oder Desinformationen zu ermitteln. Darüber hinaus ist die kollaborative Plattform Disinfopedia wurde als Raum für die Interaktion mit einem KI-gestützten Chatbot, die Diskussion aktueller Nachrichten und die Berichterstattung über verdächtige Inhalte eingeführt, die anschließend von Experten überprüft werden.
Weitere Demonstrationen umfassten eine Smartphone-Anwendung zur Analyse von Text-, Bild-, Audio- und Videoinhalten sowie eine Virtual-Reality-Bildungsumgebung. TruthSpace, mit dem Ziel, die digitale Kompetenz junger Menschen durch interaktives Gameplay zu stärken. Der technische Ansatz betont agile Entwicklung, modulare Systemarchitektur mit Docker-Containern, Zugänglichkeit und Kosteneffizienz. Die Software wird unter der öffentlichen Lizenz der Europäischen Union (EUPL 1.2) veröffentlicht, was Transparenz und Open-Source-Nutzung unterstützt.
Die anschließende Diskussion befasste sich mit Fragen des öffentlichen Engagements, der Cybersicherheit, der Nachhaltigkeit über den Abschluss des Projekts im Jahr 2027 hinaus und der Rolle des kritischen Denkens bei der wirksamen Nutzung technologischer Lösungen. Die Teilnehmer betonten, dass Bildung und kritische Medienkompetenz zwar nach wie vor von wesentlicher Bedeutung sind – insbesondere in einer Zeit immer ausgefeilterer Video- und Audio-Deepfakes –, dass die künstliche Intelligenz jedoch ein erhebliches Potenzial zur Unterstützung der Gesellschaft bietet, wenn sie mit menschlichem Fachwissen kombiniert wird. KI-basierte Tools, die im Rahmen des Projekts entwickelt wurden, wurden für ihre Fähigkeit hervorgehoben, eine zeitnahe, zugängliche und multiformatige Analyse von Text-, Bild-, Audio- und Videoinhalten bereitzustellen. Projektforscher demonstrierten innovative Ansätze, einschließlich passiver „Antiviren“-Warnmeldungen und interaktiver Bildungsumgebungen, die Hindernisse für die Verifizierung abbauen und die digitale Kompetenz in verschiedenen Nutzergruppen stärken können. Die Anpassungsfähigkeit, das Open-Source-Design und die interdisziplinären Grundlagen der Tools wurden als Schlüsselstärken vorgestellt, die eine kontinuierliche Verbesserung, Nachhaltigkeit und langfristige gesellschaftliche Auswirkungen ermöglichen.







