Multi-Stakeholder-Treffen Riga

Multi-Stakeholder-Veranstaltung in Riga

Am 1. November fand im Europahaus in Riga ein Multi-Stakeholder-Treffen statt. Die Sitzung versammelte 12 Vertreter aus verschiedenen Sektoren, darunter Regierungsministerien, die Wirtschaft, Forschungseinrichtungen und Nichtregierungsorganisationen.

Prof. Inna Šteinbuka von der Universität Lettland, der Projektkoordinator, eröffnete die Diskussion mit der Vorstellung des Projekts AI4Debunk. Sie betont, wie wichtig eine regelmäßige Koordinierung und Zusammenarbeit zwischen allen Interessenträgern ist, die sich mit künstlicher Intelligenz (KI) und Desinformation befassen. Sie betont, dass eine breite Verbreitung der Projektergebnisse von entscheidender Bedeutung sei, da Netzwerke von Interessenträgern eine wesentliche Rolle dabei spielen, sicherzustellen, dass diese Ergebnisse das erforderliche Publikum erreichen. 

Desinformation, KI und Regulierung 

Ein zentrales Thema der Diskussion war die Anerkennung von Desinformation als „neue Normalität“. Die Teilnehmer stellten fest, dass insbesondere in den baltischen Staaten die Prävalenz, der Einfluss und die Auswirkungen von Desinformation gut verstanden werden. Es wurden Bedenken hinsichtlich der zunehmenden Einmischung aus dem Ausland in die europäische Politik geäußert, insbesondere aus Russland und China, was die regionale Stabilität vor erhebliche Herausforderungen stellt.  

In Bezug auf die Rolle von KI waren sich die Teilnehmer im Allgemeinen einig, dass KI allein die Komplexität von Desinformation nicht vollständig bewältigen kann. Es bedarf eines umfassenderen und systematischeren Ansatzes mit KI-Instrumenten, die auf die Anforderungen bestimmter Zielgruppen zugeschnitten sind. Beispielsweise könnten Medien und Social-Media-Plattformen KI einsetzen, um Faktenprüfung und Desinformationsverfolgung zu unterstützen. Die Teilnehmer betonten, wie wichtig es sei, die unterschiedlichen Bedürfnisse dieser Gruppen zu identifizieren, bevor KI-Tools entwickelt werden. 

Das Gespräch bezog sich auch auf Regulierungsmechanismen. Während die Teilnehmer die Annahme des EU-KI-Gesetzes lobten, warfen sie Fragen zur Umsetzung und zu den praktischen Ergebnissen auf. Es gab breite Unterstützung für die Schaffung eines transparenten Verzeichnisses von Medienunternehmen, in dem Eigentumsverhältnisse, Begünstigte und Finanzierungsquellen aufgeführt sind, was bei der Aufspürung von Desinformation helfen würde. 

KI-Instrumente zur Bekämpfung von Desinformation: Herausforderungen und Chancen 

Das Vertrauen in die Technologie entwickelte sich zu einem zentralen Thema. Umfragedaten deuten auf einen Rückgang des Vertrauens der Öffentlichkeit in fortschrittliche technologische Instrumente hin. Diese Skepsis gegenüber der Fähigkeit der KI, Desinformation aufzudecken und einzudämmen, stellt die Wirksamkeit und Akzeptanz von Instrumenten in Frage, die am Ende des AI4Debunk-Projekts ausgearbeitet werden sollen. 

Herausforderungen bei der Umsetzung KI-basierter Instrumente zur Bekämpfung von Desinformation wurden ebenfalls erörtert. Ein erhebliches Problem war die laufende Wartung, Modernisierung und Schulung, die für diese Werkzeuge in der Zeit nach dem Projekt erforderlich war. Die Teilnehmer betonten die Bedeutung des „Human-in-the-Loop“-Ansatzes, der sich mit der Notwendigkeit ethischer Entscheidungsfindung, Medienkompetenz, einem adaptiven Bildungssystem und Initiativen für lebenslanges Lernen befasst. 

Die Rolle von NRO bei der Bekämpfung von Desinformation wurde aus verschiedenen Perspektiven untersucht. Lettland verfügt über ein solides Netzwerk von NRO, die sich auf IKT-Fragen konzentrieren, was für die Verbreitung der Ergebnisse des AI4Debunk-Projekts von entscheidender Bedeutung sein könnte. In Zusammenarbeit mit dem Projektteam konnten NGOs maßgeschneiderte Informationspakete für verschiedene Zielgruppen entwickeln. Darüber hinaus könnten NRO wertvolle Einblicke in die spezifischen Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen in Bezug auf KI-Lösungen bieten. 

Insgesamt erwies sich dieses Multi-Stakeholder-Meeting als äußerst konstruktiv. Es diente als Grundlage für die laufende Zusammenarbeit und potenzielle zukünftige Partnerschaften, um effektiv zu arbeiten. verbreiten die Ergebnisse des AI4Debunk-Projekts. 

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