Multi-Stakeholder-Veranstaltung in Sofia

Am 25. November hielt AI4Debunk sein zweites Multi-Stakeholder-Treffen in Sofia ab. Elf Teilnehmer – Journalisten, Faktenprüfer, Akademiker, zivilgesellschaftliche Technologieaktivisten und Mitglieder des Projektteams – versammelten sich im Journalistenclub der Union bulgarischer Journalisten, um sich über KI-gestützte Reaktionen auf Fake News auszutauschen und frühe Annahmen aus Arbeitspaket 12 zu testen.

Desinformation, KI und der bulgarische Medienkontext

Die Sitzung wurde mit einem Überblick über die Ziele von AI4Debunk und die aktuellen Fortschritte des EURACTIV-Bulgarien-Teams eröffnet. Die Diskussion drehte sich schnell um die besondere Anfälligkeit Bulgariens für ausländisch gesponserte Desinformationskampagnen. Die meisten Teilnehmer waren sich darin einig, dass die „neue Normalität“ manipulierter Inhalte bereits die öffentliche Debatte prägt und dass sowohl einheimische als auch externe Akteure Social-Media-Ökosysteme nutzen, um soziale Spaltungen zu vertiefen.

Die Teilnehmer betonten, dass KI-Lösungen transparent, erklärbar und an Nutzer mit sehr unterschiedlicher Medienkompetenz, insbesondere Senioren und Bürger in ländlichen Regionen, angepasst sein müssen. Mehrere Redner begrüßten das KI-Gesetz der EU, äußerten jedoch Zweifel daran, wie die Durchsetzung in der Praxis funktionieren wird; Als zusätzliche Schutzmaßnahme gegen verdeckte Einflussnahme wurde ein öffentliches Verzeichnis der Eigentumsverhältnisse und der Finanzierung von Medien vorgeschlagen.

Einblicke für das Publikum: Wahrnehmungen und Verhalten

Im Anschluss an die Präsentation führten die Teilnehmer eine aktive Diskussion in einem halbstrukturierten Format. Das Publikumsfeedback lieferte wertvolle Einblicke in die Wahrnehmung von Desinformation und die potenziellen Anwendungen von KI-Instrumenten bei deren Bekämpfung:

    • Vertrautheit mit dem Projekt: Fünf Teilnehmer waren sich bereits bewusst AI4Debunk, während drei es zum ersten Mal trafen.
    • Wahrnehmungen von Fake News: Sechs Teilnehmer betrachteten Fake News als ernsthafte Bedrohung, aber einer hielt das Thema für übertrieben.
    • Erfahrung mit künstlicher Intelligenz: Sieben Teilnehmer hatten KI-Tools verwendet, drei dagegen nicht.
    • Begegnungen mit KI-generierten Fake News: Sechs Teilnehmer waren auf KI-generierte Fake News gestoßen, obwohl einer zugab, dass sie ihr wenig Aufmerksamkeit schenkten.
    • Bekämpfung von Desinformation: Sieben waren sich einig, wie wichtig es ist, gefälschte Nachrichten anzusprechen, während man das Problem für übertrieben hielt.
    • Anfälligkeit Bulgariens: Neun Teilnehmer waren der Ansicht, dass Bulgarien besonders anfällig für Desinformationskampagnen sei.
    • Bereitschaft zur Teilnahme: Sieben bekundeten Interesse an Projekten wie AI4Debunk, während man kein Interesse zeigte.
    • Persönliche Erfahrungen mit Fake News: Fünf gaben zu, in der Vergangenheit auf Fake News hereingefallen zu sein, und acht beobachteten Fake News in etablierten Medien.
    • Bemühungen, andere zu schützen: Neun Teilnehmer berichteten, dass sie Familie und Freunde vor Desinformation warnten.
    • Fähigkeit, Fake News zu erkennen: Acht fühlten sich zuversichtlich in ihrer Fähigkeit, gefälschte Nachrichten zu erkennen.

Wichtige Themen und Take-aways

Zugang und Vertrauen in KI-Tools: In der Diskussion wurde hervorgehoben, dass KI-Instrumente einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden müssen, insbesondere Senioren und weniger technisch versierte Personen. Der Aufbau von Vertrauen in diese Tools wurde als kritisch anerkannt, da selbst seriöse Faktenprüfer oft mit Skepsis konfrontiert sind.

    • Schatten der Desinformation: Die Teilnehmer räumten ein, dass falsche Informationen in einem Spektrum existieren, das von versehentlicher Fehlinformation bis hin zu absichtlicher Desinformation reicht. Die Gestaltung von Botschaften, insbesondere durch emotionale Sprache, beeinflusst, wie Leser Inhalte interpretieren.
    • Rolle von Medien und Zusammenarbeit: Einige sprachen sich für eine Zusammenarbeit zwischen Journalisten und Faktenprüfern aus, um die Genauigkeit von Nachrichten zu verbessern, wobei der Schwerpunkt auf Transparenz und Rechenschaftspflicht in den Medien lag.
    • Bekämpfung böswilliger Akteure: Die Teilnehmer diskutierten die Herausforderungen bei der Identifizierung und Bekämpfung bewusster Desinformationskampagnen mit Erkenntnissen aus Fallstudien zu adaptiven Desinformationstaktiken, insbesondere aus Russland.
    • Bildung und Entmystifizierung von KI: Es wurde dazu aufgerufen, das Verständnis der Öffentlichkeit für KI und ihre Mechanismen zu fördern, beginnend mit der frühen Bildung. Dies könnte dazu beitragen, die Neugier zu fördern und Einzelpersonen in die Lage zu versetzen, KI-Tools effektiv zu nutzen.

Die Diskussion unterstrich die Komplexität der Bekämpfung von Fake News und die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes, der Technologie, Bildung und sektorübergreifende Zusammenarbeit umfasst. Die Veranstaltung förderte effektiv einen sinnvollen Dialog zwischen den Interessenträgern, indem sie die Ziele des Projekts ansprach und Lösungen für die Herausforderungen der Desinformation auslotete.

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